"Der Provinz ein bisschen Gründergeist einhauchen ... "

Das Schöne an Startups ist, dass sie auch Unternehmer inspirieren, die schon länger im Geschäft sind. Wenn man mit jüngeren (und natürlich auch älteren) Gründern spricht, erinnert man sich an die eigene Zeit zurück, als man noch selbst in der Startup-Phase steckte. Und dann gibt man gerne die Erfahrungen weiter, die man seiner Unternehmerzeit gesammelt hat. Gute wie schlechte. Am vergangenen Samstag auf dem 10. Gründerforum in Hanau habe ich an unserem Stand mit vielen Startup-Gründern gesprochen und ihnen dabei auch unser Projekt „Kinzig Valley“ vorgestellt. Mit von der Partie auf der Veranstaltung bei der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern waren aber auch noch über 20 andere Aussteller und Institutionen, die ein offenes Ohr für die über 120 angehenden Unternehmer hatten, die das Event besuchten.

Besonders gut gefiel mir am Hanauer Gründerforum, dass die Veranstaltung für Besucher und Interessenten kostenfrei war, und so haben sich viele tolle Gespräche untereinander ergeben. Man sprach über neue Ideen, über Gründermut, finanzielle Fragen, über Chancen und Risiken und auch über Erfolg und Scheitern – auch letzteres gehört unweigerlich zum Gesamtpaket dazu. Wer den Lohn für seine Mühen einstreichen will, geht mit seinem Startup natürlich ein Risiko ein. Doch wer seine Ziele klar definiert und man genau weiß, wohin man möchte, kann sich auf diese Risiken bereits vorbereiten. Und es ist keine Schande, wenn man sein Ziel nicht wie geplant erreicht.

Am wichtigsten ist es, fest an seine Ideen zu glauben und alle nötigen Hebel für den Erfolg in Bewegung zu setzen. Auch auf dem 10. Gründerforum habe ich wieder einmal gemerkt: Der Startup-Geist lebt einfach vom Erfahrungsaustausch zwischen Gründern und erfahrenen Unternehmern. Und genau das möchten wir mit unserem Coworking Space "Kinzig Valley" in Gelnhausen ein wenig vorleben. Auch Landrat Thorsten Stolz war von unserer Idee begeistert, wie sich in im Gespräch herausstellte.

Raus aufs Land – rein ins Valley

Im ländlichen Raum wohnten von Jahr zu Jahr immer weniger Menschen, so Stolz, und viele kreative Köpfe ziehe es in die Großstadt und die Ballungszentren. Dabei hat gerade die Provinz seine ganz eigenen Vorteile. Das weiß jeder, der schon einmal in der Rush-Hour am Morgen auf der Autobahn nach Frankfurt im Stau steckte oder sich in eine der proppenvollen Regionalzüge und U-Bahnen gezwängt hat. Und da Kinzig Valley ein schöner Anreiz ist, auf dem Land zu bleiben oder gar aufs Land zu ziehen, freut es mich sehr, dass uns Landrat Stolz genauso sieht und uns seine Unterstützung anbot.

Glücklicherweise sind wir nicht die Einzigen, die der Provinz ein bisschen Gründergeist einhauchen wollen – es geht voran in der Main-Kinzig-Region. In Maintal-Dörnigheim gibt es zum Beispiel bereits ein bezugsfertiges Gründerzentrum, wie mir die Bürgermeisterin der Stadt Maintal, Monika Böttcher, erzählte. Hier können Startup-Gründer ebenso Räume anmieten, in denen sie sich und ihr Unternehmen frei entfalten können.

Einfach nervenschonend

Was mir auf dem 10. Gründerforum in Hanau aus vielen Gesprächen klar wurde: Das Gründen und Coworking auf dem Lande ist gefragter, als man denkt. Und das Wort „Provinz“ werten wir hierbei nicht als abwertende Bezeichnung für einen Ort abseits der Großstadt. Im Gegenteil, denn es hat schon seinen ganz eigenen Zauber, wenn man daheim – fast ein bisschen im Verborgenen – an seinem Startup feilt, während alle anderen zur Arbeit fahren. Wenn dann der Punkt erreicht ist, sich mit seinem Startup aus dem Keller, der Garage oder dem Homeoffice hinauszuwagen, muss man nicht erst in die nächste Großstadt pendeln. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit und schont die Nerven.

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