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Google AdWords: Redesign nach 15 Jahren

Aus unserer täglichen Arbeit ist Google nicht wegzudenken. Sei es das Werbetool AdWords oder das kostenlose Statistikprogramm Analytics: Auf beides greifen wir regelmäßig zurück, um die Performance von Webseiten unserer Kunden und den Erfolg von bezahlter Werbung zu analysieren. Nun hat Google nach 15 Jahren eine der größten Veränderungen seiner bisherigen Geschichte im Bereich der bezahlten Werbung angestoßen.

Mit Mobilgeräten kommt "nicht nur eine evolutionäre, sondern eine revolutionäre Veränderung"

So drückte es Sridhar Ramaswamy (Senior Vice President of Ads & Commerce bei Google) in der Eingangsrede zum diesjährigen Google Performance Summit aus. Nicht nur das Netz selbst verändert sich stetig, sondern auch die Art, wie User damit umgehen: Der mobile Trend wird immer stärker, Smartphones machen einen wesentlichen Anteil bei den Geräten aus, die Besucher benutzen, um ins Internet zu gehen: Mehr als die Hälfte aller Suchanfragen bei Google wird inzwischen mit dem Smartphone durchgeführt. Wer Nutzer mit Mobilgeräten ignoriert, verschenkt riesige Potenziale und riskiert auf Dauer Ranking-Verschlechterungen. Das signalisiert Google schon seit Längerem allen Werbetreibenden. Deshalb stößt Google nun einige Änderungen an, die sich zum großen Teil aus der bekannten und seit langem verfolgten Maxime „Mobile First“ herleiten.

Expanded Text Ads

Mit den sogenannten Expanded Text Ads kommt das erste wesentliche AdWords-Anzeigen-Redesign seit Anbeginn. Mit diesem neuen Format wird die Anzeigendarstellung für die Bildschirmgrößen der beliebtesten Smartphones angepasst. Für Werbetreibende bedeutet das: Mehr Platz im Anzeigentitel (aktuell 25 Zeichen, zukünftig zweimal 30 Zeichen), mehr Platz für die Beschreibung (aktuell zweimal 35 Zeichen, zukünftig einmal 80 Zeichen) sowie Veränderungen bei der angezeigten URL (aktuell manuelle Eingabe, zukünftig automatisierter Abgleich mit der Webseite).

AdWords Redesign Expanded Text Ads

Daraus ergeben sich mehrere Vorteile:

  • Durch den vergrößerten Platz für Texte können Besucher besser über das zu Erwartende informiert werden, bevor sie sich entscheiden auf eine Anzeige zu klicken. Dadurch ist auf lange Sicht eine Verbesserung der Conversion-Rate zu erwarten.

  • Es besteht ein größeres Potenzial, Anzeigentexte in einem natürlichen, intuitiven und flüssigen Stil zu gestalten, da die Produktbeschreibung nicht nur erweitert, sondern zukünftig nicht mehr in der Mitte gebrochen wird. Dies kann die Klickrate erhöhen.

  • Fehler bei der Eingabe der Domain in der angezeigten URL sind nach dem später in diesem Jahr erwarteten Rollout der Expanded Text Ads kein Thema mehr, und die Konsequenzen solcher Fehler werden somit vermieden.

Responsive Ads for Display

Google wird neue responsive Anzeigenformate für sein Displaynetzwerk einführen. Werbetreibende müssen dafür nur eine Überschrift, eine Beschreibung, ein Bild und eine URL bereitstellen, woraus Google unterschiedliche Anzeigentypen erstellen kann. Diese passen sich intuitiv dem Inhalt und Layout der Seite im Google Display-Netzwerk an, auf der sie angezeigt werden. Diese Änderung ermöglicht es, Nutzern mit Mobilgeräten passendere Anzeigen anzubieten, wodurch die Akzeptanz für Werbung im Display-Netzwerk gesteigert werden kann.

Präzisere Gebotsanpassungen

Bisher sind Gebotsanpassungen in Google AdWords nur für Mobilgeräte möglich. In Zukunft werden sie für jeden Gerätetyp (Desktop, Tablet, Mobile) ermöglicht. So erhalten Werbetreibende die Gelegenheit, sich für einen gewünschten Standardgerätetyp auf Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene zu entscheiden und auf dessen Basis Ihre Gebote anzupassen. Auch die Spannweite ändert sich: Bisher waren nur Erhöhungen oder Verringerungen um 100 % möglich. Zukünftig kann das Gebot auf bis zu 900 % erhöht werden.

Lokale Suchanzeigen

Für Suchanfragen mit lokalem Fokus können zukünftig besondere Werbeanzeigen in Verbindung mit Google Maps geschaltet werden. Diese lokalen Suchanzeigen werden in der Suchergebnisliste und in Google Maps verwendet und sind nur bei Konten mit Standorterweiterungen möglich. Der Standort wird dann auf Google Maps mit einem quadratischen Symbol in Lila angezeigt. In die mit den Anzeigen verknüpften Business-Seiten können zukünftig außerdem ein Wareninventar und Angebote eingebettet werden. Zu allererst trägt diese Veränderung dem gestiegenen Anteil an Suchanfragen mit lokalem Fokus Rechnung. Mit den sogenannten „Promoted Pins“ entlang der Route eines Nutzers erhöht sich außerdem die Vielfalt der Ansprache für Mobilgeräte und ermöglicht lokalen Geschäften eine bessere Einladung für potenzielle Laufkundschaft.

Fazit: Verbessern Sie die Ansprache zunehmend mobiler Benutzer!

Informativere und sich besser in ihr Umfeld einfügende Anzeigenformate sowie die differenzierteren Gebotsanpassungen für unterschiedliche Gerätetypen schaffen ganz neue Möglichkeiten für Werbetreibende und Agenturen, ansprechende Anzeigen zu gestalten und potenzielle Kunden weniger intrusiv als bisher über Dienstleistungen und Produkte zu informieren. Dies sind die wichtigsten Veränderungen:

  • mit den Expanded Text Ads wird in der Google Suche mehr Platz als bisher geschaffen, potenzielle Kunden über Produkte und Dienstleistungen zu informieren
  • die neuen Responsive Ads for Display ermöglichen eine weniger unauffällige Ansprache von Usern im Displaynetzwerk
  • präzisere Gebotsanpassungen für die unterschiedlichen Gerätekategorien tragen dem Trend "Mobile first" Rechnung
  • mit lokalen Anzeigen können Ladengeschäfte Laufkundschaft effektiver in den Shop locken

Die von Google angestoßenen Veränderungen zeigen zudem vor allem eins: Der Suchmaschinengigant wird weiter dem mobilen Trend Rechnung tragen und alles dafür tun, dem steigenden Anteil von Besuchern mit Mobilgeräten möglichst intuitive, praktische Anzeigenformate anzubieten. So werden AdWords-Anzeigen in Zukunft von Besuchern wahrscheinlich als weniger störend empfunden werden. Dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher tatsächlich auf die Anzeige klickt.

Natürlich muss auch die Webseite, die sich hinter der Anzeige verbirgt, für Mobilgeräte optimiert sein: Sonst droht Frustration auf Nutzerseite und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Besucher dem Unternehmen für immer den Rücken kehrt.

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