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Das war die Conversion Roadshow 2018 – ein Recap

Am vergangenen Donnerstag stimmte irgendwie alles: Sonnenschein, herrliche 29 Grad, Klasse-Speaker und jede Menge Input zum Thema Conversion-Optimierung. Mit dem Rheinenergiestadion haben David Odenthal und sein Cousin Julian außerdem eine super Location für ihre Conversion Roadshow 2018 ausgewählt. Ich denke, meine Kollegen Denis und Patrick, die am 19. April ebenso mit von der Partie waren, sehen das genauso. Der rheinische Frohsinn scheint abzufärben: Initiatoren, Speaker, Moderatoren und Gäste waren allesamt gut drauf. Und selbst der Zwei-Meter-Sicherheitsmann am Eingang nahm es mir nicht krumm, dass ich mein Ticket vergessen hatte und winkte mich mit den Worten „Komm rein, isch glaub dir dat auch so!“ durch. Zum Glück, denn sonst wäre mir eine Menge entgangen.

Wie Content konvertiert und wie man beim Schlüpperkauf verzweifeln kann

Der Raum füllt sich, nochmal ein, zwei Kaffee zum Wachwerden und schon eröffneten David Odenthal das Event mit ihrer Keynote. Kurz danach ging es auch schon mit dem Vortrag von Katharina Neuendorf & Sina Breker von Royal Canin, die aus dem Nähkästchen plauderten, was wie die Content Strategie des Hunde- und Katzenfutter-Herstellers aussieht. Und hier wurde eines schnell klar: Allein die Masche „Guck dir an, welche Fragen Hunde- und Katzenhalter haben, pack ’nen netten Text auf die Webseite und setz’ nen Link zur Produktseite – dann verkauft sich der Kram schon“ reicht nicht. 08/15-Content kann mit noch so viel Budget befeuert werden – er wird nicht zünden.

Wie kriegt man also Inhalte mit Substanz hin? Bei Royal Canin zum Beispiel sitzen hierfür Tierärzte und andere Autoren, die tief in der Thematik stecken, und texten gemäß Content-Plan: Was frisst eigentlich so ein Labradorwelpe? Oder was besser nicht? Und was hat dieses oder jenes Symptom zu bedeuten? Die Texte werden anschließend noch SEO-mäßig in Spur gebracht und dann regelmäßig veröffentlicht. Jetzt muss natürlich nicht jedes Unternehmen einen Fachredakteur einstellen, der sich um den Content kümmert. Erfahrungsgemäß wissen wir, dass es mit dem Content erst so richtig flutscht, wenn man, wenn man etwas von der Materie versteht, über die man schreibt. Das heißt Ausschau nach gestellten Fragen im Netz halten: Ja. Aber diese sollte man nicht beantworten, als hätte man zu allem ‘ne Meinung aber von nichts ’ne Ahnung.

Nach diesem Vortrag ging es direkt weiter mit Ben Harmanus. Und der erzählte uns, wie schwer es sein kann, einen Bademantel oder Herrenschlüpper zu kaufen. Das ist wohl eines der Top-First-World-Problems, mit denen man heute zu kämpfen haben kann. Aber sehen wir uns das Problem an: Die Kurz vor Weihnachten gab die Freundin des Speakers einen Wink mit dem Zaunpfahl, dass sie Bademäntel einer bestimmten Marke sehr entzückend fände. Bei der Gelegenheit dachte sich Harmanus wohl, sich gleich ein paar Boxershorts in besagtem Shop mitbestellen zu können. Wenn das Leben doch nur so einfach wäre.

In seinem Vortrag dröselte Harmanus eine Menge Conversion-Stolpersteine im Detail auf. Und ja, genau darin steckt der Teufel. Es sind die vielen kleinen Probleme, die sich zu einem großen Haufen türmen und letztlich Conversions verhindern. Beispiel gefällig? Wer im Suchfeld des besagten Shops „Bademantel“ eingibt, erhält null Suchtreffer. Wenn man sich jedoch durch einige Kategorien klickt, findet man dort – o Wunder! – Morgenmäntel! Weißglut-Garantie mit 100 % Absprungwahrscheinlichkeit. Und: Es gibt Dinge beim Onlinekauf, die sich im Kopf des Nutzers bereits eingebürgert haben und ihn intuitiv durch die Customer Journey führen. Wer als Shopbetreiber mit diesen Konventionen bricht, verhindert Käufe. Im wahren Leben denken sich die Haustürdesigner schließlich auch nicht: „Hey, lass uns mal die Klinken genau mittig platzieren, sieht viel schöner aus!“

„Nur eine Website, die verkauft …“

Wo wir gerade bei Details waren: Formulare gehören auch dazu. Speaker Nils Kattau widmete sich in seinem Vortrag „Hardcore Formular-Optimierung“ genau diesem Thema. Es klingt vielleicht banal, doch es macht in puncto Autocomplete einen gravierenden Unterschied, ob die Beschriftung der Felder im Texteingabefeld oder darüber platziert sind. Und Nils erklärte auch, warum ein „linksbündiger Flattersatz“ (was für ein Wort) im Gegensatz zum Blocksatz eine schlechte Formatwahl ist und weshalb man dem Nutzer klar erklären muss, was und warum er da eigentlich gerade etwas eingibt. Es ist der Dialog mit dem Kunden, der leider oft betriebsblindem Fachsprech weicht. Das ist Gift in Zeiten, in denen es in der Onlinewelt immer persönlicher und personalisierter zugeht.

Etwas später hielt David Odenthal einen Workshop zum Hauptthema seiner Veranstaltung: Conversion-Optimierung. Auch David hielt sich nicht mit trockener Theorie auf, sondern zeigte anhand selbst gemachter Erfahrungen, welche Maßnahmen die Besucher einer Website aktivieren und zum Kauf animieren. Es sind sowohl vertrauensbildende Dinge wie Bewertungen, Kundenrezensionen, Sicherheits- und Qualitätssiegel, als auch Storytelling, Design-Details und eine Usability, mit denen auch eine Tante Erika (oder wie hieß die Dame doch gleich, David?) klarkäme. Naheliegend. Im wahren Leben würde es mir schließlich ebenso schwer fallen, brandneue Waschmaschinen direkt von der Ladefläche eines 30 Jahre alten, rostig-vergilbten Kleintransporters in einer ruhigen Seitenstraße im Industriegebiet zum Schnäppchenpreis zu verkaufen.

David erinnerte via Zitat daran, dass nur eine Website, die verkauft, eine gute Website ist. Hm, der Satz kommt mir irgendwie bekannt vor :) – aber das, was sich nach einer Binsenweisheit anhört, vergessen zu viele Seitenbetreiber leider allzu oft. Und wundern sich dann, warum so viele Besucher im Kaufprozess abspringen. Zum Schluss trafen sich David Odenthal, Thorsten Scharmacher und Nils Kattau noch zu einem Conversion Site Clinic Panel und zeigten live am offenen Patienten, wo es Schwachstellen an Websites und Landingpages von den Besuchern der Veranstaltung gibt.

Fazit

Dies war nur ein kleiner Ausschnitt aus den Vorträgen, die auf der Timetable der Conversion Roadshow 2018 standen. Uns von der WIV hat es großen Spaß gemacht, sich in einer so coolen Location und entspannten Atmosphäre von den Speakern und ihren Themen inspirieren zu lassen. Kurzum: Das Event war super organisiert, die Inhalte vielseitig, die Speaker gut ausgewählt. Wer als Website-/Shopbetreiber seine Conversionrate verbessern möchte, sollte die Fortsetzung im nächsten Jahr nicht verpassen!

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